Deutscher Windhundzucht- und Rennverband e.V.
gegründet 1892
Der DWZRV
ein wenig Geschichte, die von uns betreuten Rassen, Veranstaltungen, unsere Züchter, unsere Sportvereine
Windhunde gelten als dumm und ihre Besitzer als elitär. Woher kommen diese Vorurteile?
Um darauf eine Antwort geben zu können, muss man sich etwas mit der Geschichte der Windhunde beschäftigen. Sie gehören zu den ältesten Hunderassen überhaupt, ihre Darstellungen findet man bei den Ägyptern, den Römern, in allen historischen Epochen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Persien bis nach Irland, von der Sahara bis nach Russland, und doch haben sie alle eines gemeinsam, sie wurden ausschliesslich für die Jagd gezüchtet. Hunde die selbständig jagen und ihren Herrn mit Fleisch versorgen konnten, waren sehr wertvoll und nur einem kleinen, elitären Personenkreis vorbehalten. Ausserhalb des Adels, bzw. der herrschenden Schicht war es verboten Windhunde zu halten. Dies änderte sich erst mit der Aufweichung der hierarchischen Strukturen im 19. Jahrhundert.
In Deutschland fand sich im Jahre 1892 ein kleiner Kreis von Hundeenthusiasten zusammen und gründete den „Deutschen Barsoi Club“, den ersten deutschen Windhundzuchtclub, dessen Rechtsnachfolger der DWZRV wurde.
Inzwischen ist der DWZRV über 110 Jahre alt, und zu einem Verband mit circa 4500 Mitgliedern und fast 50 Windhundsportvereinen herangewachsen, und keineswegs elitär.
Sind Windhunde dumm ?
Sie haben vielleicht manchmal ihren eigenen Kopf und machen nicht immer das, was ihr Besitzer von ihnen verlangt. Wahrscheinlich versagten sie deshalb beim Intelligenztest für Hunde, wie es in der Sensationspresse vor einigen Jahren zu lesen war. Windhunde sind hochintelligent im sozialen Bereich, sie erkennen Stimmungen ihrer Artgenossen und ihrer Besitzer sofort und reagieren darauf, denn sie waren schon immer auf diese Kommunikation angewiesen, wenn sie erfolgreich jagen wollten.
Heutzutage hält man sich bei uns einen Windhund, weil man von seiner Ästhetik angetan ist, und weil man einen ruhigen Hausgenossen will. Aber seine Jagdleidenschaft ist immer noch vorhanden, er will sich bewegen, ihm macht es einfach Spass zu rennen.
Diese Lust an der Bewegung zu kanalisieren und zu befriedigen, ist eine der Aufgaben des DWZRV.
Eine uralte Hundeform die als schnelle Sichtjäger früh vom Menschen verwendet wurde und heute in dieser Funktion zunehmend an Bedeutung verliert. Die räumliche Enge städtischer Gesellschaften macht ein artgemässes und darum für beide Teile glückliches Zusammenleben immer schwieriger.
Die heute von kynologischen Verbänden in dreizehn Rassen unterteilten Windhunde können dabei sehr verschieden sein: vom grössten Hund überhaupt, dem Irish Wolfhound mit einer Mindestschulterhöhe von 79 cm bis zum – fast – kleinsten, dem Italienischen Windspiel mit höchstens 38 cm Schulterhöhe und höchstens 5 kg Gewicht. Ausserdem tragen die verschiedenen Windhundrassen ein sehr unterschiedliches Haarkleid: vom sehr langen und seidigen Haar des Afghanischen Windhundes oder des Barsoi (russischer Windhund), über nur leicht mit 'Fransen' ausgestattete Salukis (persische Windhunde) oder rauhhaarige Irische Wolfshunde oder Schottische Hirschhunde (Scottish Deerhound) bis zum kurzen, weich und eng anliegenden Haar der Greyhounds, Whippets, Windspiele, Azawakh, Sloughi oder auch des ungarischen 'Magyar Agar' oder des spanischen 'Galgo', den es allerdings auch in einer rauhaarigen Variante gibt.
Diese Unterschiede sind vom Menschen erzüchtet worden, um die Jagdgehilfen den geographischen (Gebirge, Steppe, Wüste), klimatischen ( Hitze oder Kälte, mehr oder weniger Nahrung und Wasser) Gegebenheiten und der zu erjagenden Beute (vom Kaninchen bis zu Wolf und Hirsch) und den Jagdarten (zu Fuss, zu Pferd, allein, in der Gruppe, mit Falken) anzupassen. Dies geschah natürlich nicht 'vom Reissbrett' , von der Theorie her, sondern es wurden die Elterntiere zur Zucht ausgewählt, die jeweils bei der Jagd am erfolgreichsten gewesen waren.
Gemeinsam ist allen, durch das – für Hunde – gute Sehvermögen, die Anlage, das
Wild mit den Augen zu verfolgen und schnell zu erreichen. Dabei kann die Strecke bis zu Fang oder dem Stellen der Beute sich durchaus über einen oder auch mehrere Kilometer erstrecken, je nachdem, ob Gazellen in Stein- oder Sandwüste oder Hirsche im schottischen Hochland gejagt werden. Für dies Arbeit sind sie alle mit einem verhältnismässig leichten Körperbau ausgestattet, mit einem Brustkorb, der dennoch viel Raum bietet für Herz und Lunge für die Ausdauer, mit deutlich biegsamem aber gut bemuskeltem Rücken bei schmaler 'Taille' für die Wendigkeit, sowie mit – im Verhältnis zur Körperlänge - langen und stark bemuskelten Beinen und kräftigen Pfoten für die Schnelligkeit.
Heute werden diese schönen Rassen überwiegend in unserer westlichen Gesellschaft, wo die Jagd mit Windhunden verboten ist, als Gefährten gehalten und gehegt und gepflegt. Sie eignen sich durch ihre Eleganz und Geschmeidigkeit durchweg sehr dafür, wenn man bei der Wahl eines solchen Haustieres die jagdliche Herkunft bedenkt: der Trieb dazu ist nach wie vor vorhanden, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung je nach Rasse und Individuum. Und durch die Auswahl auf selbständiges Jagdgeschick über Jahrhunderte neigen viele dieser Rassen eher zu Eigensinn und sind nur mit Einfühlsamkeit und Verständnis zu erziehen. Mit Methoden, die auf das natürliche Verhalten eingehen, werden sie aber sowohl zu sehr angenehmen Hausgenossen und unauffälligen Mitgliedern unserer Gesellschaft als auch oft zu begabten Begleithunden, ja sogar Agility- und Therapiehunden.
Auf den Rennbahnen und Coursingflächen unserer Sportvereine können sich die Windhunde nach Herzenslust austoben, und die Besitzer miteinander fachsimpeln.
Im Bereich unseres Verbandes, d.h. auf den Plätzen der Windhundsportvereine, finden an den Wochenenden von März bis Ende Oktober achtzig und mehr Windhund-Veranstaltungen statt, Samstags eine Spezial-Zuchtschau und am Sonntag dann ein Windhund-Rennen (auf Rasen- oder Sandbahnen hinter einem so genannten 'künstlichen Hasen') oder ein Coursing (bei dem mit einer Zugmaschine ein beuteähnliches Objekt in einem Zick-Zack-Kurs, ähnlich dem des Hasen in der Natur, vor den Hunden hergezogen wird).
An manchen Wochenenden werden bis zu vier oder fünf Veranstaltungen angeboten. Zu gewinnen gibt es verzierte Renndecken, Pokale oder Ähnliches – es gibt weder Geldpreise noch darf gewettet werden, worauf alle Beteiligten grossen Wert legen. Von den Windhund-Sportvereinen wird auch regelmässig Training angeboten
Dieses Angebot gilt auch für eine andere kleine Gruppe von Hunden, die den Windhunden verwandt sind, aber als 'Urtyp' zusätzlich auch Gehör und Geruchsinn bei der Jagd einsetzen: die so genannten 'Mediterranen Rassen', stehohrige Hunde unterschiedlicher Grösse, die sich seit uralten Zeiten im Mittelmeerraum zur Jagd auf Kaninchen und ähnliche Beute erhalten haben (Cirneco dell'Etna, Pharaoh Hound, Podenco Canario, Podenco Ibicenco, Podengo Portugues).
Informationen über Veranstaltungen finden Sie -
hier
Informationen über die Windhund-Sportvereine - hier
Aber all diese Veranstaltungen könnten nicht stattfinden ohne Hunde, d.h. ohne unsere Züchter und ihre Aktivitäten.
Im DWZRV gibt es circa 500 Züchter, die nach den Vorgaben der DWZRV-Zuchtordnung mehr oder weniger regelmässig züchten, d.h. einen oder mehr Würfe im Jahr haben. Jährlich werden ungefähr 1400 Welpen im Deutschen Windhundzuchtbuch eingetragen. Weitere Informationen finden Sie unter Rassen
Das Windhundzuchtbuch – mit allen Wurfeintragungen, Fachbeiträgen, etc. – wird im Zweijahres-Rhythmus vom DWZRV herausgegeben, und ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk für alle am Zuchtgeschehen Interessierten.
Wenn Sie sich weiter informieren wollen besuchen Sie doch unsere Veranstaltungen, Gäste sind immer herzlich willkommen, denn Windhunde kann man eigentlich nicht beschreiben, Windhunde muss man sehen und erleben. Schon die Grössenunterschiede bei unseren Rassen sind enorm, vom Kleinsten – dem italienischen Windspiel mit max. 38 cm Schulterhöhe - bis zum Grössten – dem Irish Wolfhound mit über 80 cm Schulterhöhe,
und ausserdem es gibt nichts Schöneres als einen Windhund in Bewegung zu sehen !!!
Sie haben Interesse an den Windhunden und den Mediterranen Rassen und möchten Mitglied in unserem Verband werden? Wir würden uns darüber freuen!
der DWZRV ist Mitglied im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) – www.vdh.de
und FCI (Federation Cynologique Internationale) - www.fci.be
Möchten Sie einem Windhund in Not ein Zuhause geben
www.tierschutz-europaweit.de / www.windhunde-in-not.org / www.windhundhilfe.de




